Pool, Klimaanlage und Wärmepumpe mit Solarstrom betreiben: So klappt es auf Mallorca

Große Dach-Photovoltaikanlage auf einer Villa auf Mallorca

5 min Lesezeit

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Verfasst von

Bodo Gruber, Gründer Sunglow Energy

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Auf vielen Fincas und in Villen auf Mallorca sind es nicht Licht oder Kühlschrank, die die Stromrechnung bestimmen, sondern drei große Verbraucher: die Poolpumpe, die Klimaanlage und zunehmend die Wärmepumpe für Warmwasser oder Heizung. Die gute Nachricht: Zwei davon laufen vor allem dann, wenn auch die Sonne scheint. Mit der richtigen Planung kann eine Solaranlage einen großen Teil dieses Verbrauchs direkt decken.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Größe der Anlage, sondern wann und wie diese Geräte laufen. In diesem Beitrag erklären wir, worauf es bei den drei Verbrauchern jeweils ankommt.

Warum diese drei Geräte so wichtig sind

Poolpumpe, Klimaanlage und Wärmepumpe haben gemeinsam, dass sie über längere Zeit am Stück laufen und dabei spürbar Leistung ziehen. Wer sie gezielt mit Solarstrom betreibt, nutzt mehr vom eigenen Strom selbst, statt ihn ins Netz einzuspeisen und abends teuer zurückzukaufen. Genau dieser Eigenverbrauch macht eine PV-Anlage wirtschaftlich.

Deshalb fragen wir bei jeder Planung zuerst: Welche dieser Geräte sind vorhanden oder geplant, wie lange laufen sie und zu welcher Tageszeit?

Poolpumpe: der ideale Solarverbraucher

Die Poolpumpe ist für Solarstrom fast perfekt geeignet. Sie läuft täglich mehrere Stunden, und wann genau, ist meist frei wählbar. Statt sie nachts oder früh morgens zu betreiben, legen Sie die Filterzeiten einfach in die Mittagsstunden, wenn die Anlage am meisten erzeugt.

Drei Punkte helfen dabei:

  • Zeitschaltuhr auf die Sonnenstunden stellen: Oft reicht das schon, um einen großen Teil des Poolverbrauchs mit Solarstrom zu decken.

  • Drehzahlgeregelte Pumpe prüfen: Moderne Pumpen mit variabler Drehzahl brauchen für die gleiche Filterleistung in der Regel deutlich weniger Strom als ältere Pumpen mit fester Drehzahl.

  • Pool-Wärmepumpe mitdenken: Wer den Pool beheizt, hat einen weiteren großen Verbraucher, der ebenfalls gut tagsüber laufen kann.

Bei Ferienimmobilien lohnt ein Blick auf die Zeiten ohne Gäste: Läuft die Poolpumpe dann weiter, kann Solarstrom auch in dieser Zeit die Kosten senken.

Klimaanlage: Verbrauch und Erzeugung passen zusammen

Im Sommer braucht man die Klimaanlage vor allem dann, wenn es draußen heiß ist, also tagsüber und am Nachmittag. Genau dann liefert die Solaranlage viel Strom. Diese Übereinstimmung ist einer der Hauptgründe, warum Photovoltaik auf Mallorca so gut funktioniert.

Ein paar Hinweise aus der Praxis:

  • Vorauskühlen: Räume am Nachmittag mit Solarstrom herunterkühlen, statt die Anlage erst am Abend voll laufen zu lassen.

  • Abends und nachts: Wer auch nachts kühlt, braucht dafür Strom aus dem Speicher oder aus dem Netz. Hier kann ein Batteriespeicher sinnvoll sein. Mehr dazu im Beitrag Batteriespeicher auf Mallorca: Wann er sich lohnt und wann nicht.

  • Effiziente Geräte: Bei älteren Klimageräten kann ein Austausch den Verbrauch deutlich senken. Ob sich das lohnt, hängt vom Alter und der Nutzung der Geräte ab.

Im Winter dienen viele Klimageräte auch als Heizung. Dann ist der Solarertrag geringer, und ein Teil des Verbrauchs fällt in die Abendstunden. Das sollte in der Planung berücksichtigt werden.

Wärmepumpe: gut planbar, wenn man sie steuert

Wärmepumpen (in Spanien oft als Aerotermia bezeichnet) erzeugen Warmwasser und Heizwärme sehr effizient aus Strom. In Kombination mit einer Solaranlage können sie einen großen Teil ihres Strombedarfs selbst decken, vorausgesetzt, sie laufen möglichst dann, wenn Solarstrom vorhanden ist.

  • Warmwasser tagsüber bereiten: Der Warmwasserspeicher wird mittags aufgeheizt und hält die Wärme bis zum Abend. So wirkt er praktisch wie ein zusätzlicher Speicher für Solarenergie.

  • Heizung im Winter: Hier ist der Solarertrag geringer und der Bedarf höher, oft auch morgens und abends. Eine Solaranlage deckt dann nur einen Teil, kann aber trotzdem spürbar entlasten.

  • Intelligente Steuerung: Viele Wärmepumpen und Wechselrichter lassen sich so verbinden, dass die Wärmepumpe bei Solarüberschuss gezielt startet.

Ob sich eine solche Steuerung mit Ihren Geräten umsetzen lässt, hängt von den Herstellern und Modellen ab. Das prüfen wir im Einzelfall.

Alles zusammen: Steuerung und Potencia

Wenn mehrere große Verbraucher gleichzeitig laufen, steigt die benötigte Leistung. Ist die vertraglich vereinbarte Leistung (Potencia) knapp bemessen, kann die Sicherung auslösen. Eine sinnvolle Reihenfolge, zum Beispiel erst Pool, dann Warmwasser, verteilt die Last über den Tag und nutzt den Solarstrom besser aus.

Wichtig für die Planung: Bei einer Solaranlage muss die Potencia mindestens so hoch sein wie die Leistung des Wechselrichters. Das prüfen wir vorab und passen den Vertrag bei Bedarf an. Wie Potencia und Tarif die Rechnung beeinflussen, lesen Sie in Strompreise auf Mallorca: Was Strom kostet und wie Sie sparen.

So gehen wir bei der Planung vor

Bevor wir eine Anlage vorschlagen, schauen wir uns an:

  • Ihre Stromrechnungen über ein ganzes Jahr, um Sommer und Winter zu unterscheiden

  • welche großen Verbraucher vorhanden oder geplant sind

  • wann diese Geräte heute laufen und ob sich die Zeiten verschieben lassen

  • ob die Immobilie ganzjährig oder saisonal genutzt wird

  • ob ein Speicher oder eine intelligente Steuerung den Eigenverbrauch erhöhen würde

Daraus ergibt sich eine Anlage, die zu Ihrem tatsächlichen Verbrauch passt, statt einfach das Dach vollzumachen. Wovon die Investition abhängt, erklären wir in Was kostet eine Solaranlage auf Mallorca? Die 7 Kostenfaktoren.

Fazit

Poolpumpe, Klimaanlage und Wärmepumpe sind auf Mallorca oft die größten Stromverbraucher und gleichzeitig die besten Partner für eine Solaranlage. Wer ihre Laufzeiten in die Sonnenstunden legt und sie sinnvoll steuert, nutzt deutlich mehr eigenen Solarstrom und senkt die Stromrechnung nachhaltig. Senden Sie uns Ihre Stromrechnung, und wir zeigen Ihnen, wie viel Ihrer großen Verbraucher sich mit Solarstrom decken lässt.

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